Es ist wirklich schwierig, Menschen kennen zu lernen, wenn man nicht unter Leute darf. Gerne würde ich mich mit dir unterhalten und dich fragen, wie du die aktuelle Situation erlebst. Ich hoffe, du und deine Lieben sind wohlauf und du hast keine existentiellen Sorgen.

Da Not ja bekanntlich erfinderisch macht, möchte ich dir auf diesem Wege ein bissel berichten, wie mein Leben zurzeit aussieht. Hoffentlich ergibt sich bald die Gelegenheit von dir zu erfahren.

Ich heiße übrigens Ronja und wohne auf dem Kreuzberg. Die letzten Wochen darf ich meinen vier älteren Kindern im homeschooling (1.-7. Klasse) helfen.

Da mein jüngster Sohn noch keinen Kindergartenplatz hat, bin ich ohnehin derzeit nicht berufstätig. Daher muss ich neben Schulbetreuung nicht noch zusätzlich im „homeoffice“ arbeiten. Dafür bin ich wirklich dankbar.

Die Zeit ohne Termine, verschiedenste Ehrenämter und Gäste im Haus entschleunigt meinen Alltag. Jahrelang lief ich ständig auf Vollgas. Dieses Tempo wollte ich natürlich gewohnheitsmäßig beibehalten. Möglichst viel sinnvolles mit meiner Zeit anfangen, bedeutete – gutes Tun. Doch dann die Corona-Vollbremsung.

Das ist schwierig…

Es machte mich wirklich traurig, dass der erste Gottesdienst der FeG ZW kurzfristig abgesagt werden musste. Ich war so voller Tatendrang und Vorfreude gewesen. Auch die anderen Ehrenämter gingen in Zwangspause. Also stürzte ich mich in neue Projekte und begann mit dem Frühjahrsputz; schaffte im Garten; räumte Kleiderschränke um; …

Dafür bin ich dankbar…

Doch ich habe auch etwas wieder erlernt und zurückgewinnen können. Das Leben einfach mal ruhiger angehen zu lassen. Mit einer Tasse Kaffee und einem Buch im Garten zu sitzen oder eine ausgiebige Waldwanderung zu machen, durfte ich wieder entdecken.

So erlebe ich Gott

Möglichst viel sinnvolles mit meiner Zeit anfangen, bedeutet derzeit mehr – den Segen in meinem Leben genießen. Gottes wunderbare Schöpfung, die Menschen an meiner Seite und mein schönes Zuhause, intensiver als Geschenk zu erkennen. Ich bin überzeugt, dass all dies Gaben aus Gottes Hand sind und möchte ihm bewusst dafür danken.

Das wünsche ich auch dir, dass du Zeit erhältst um inne zu halten und neu zu erkennen, welche Gottesgeschenke in deinem Leben liegen, die du sonst vor lauter Geschäftigkeit kaum bestaunst.