Corona beeinflusst unser Leben. Das geht uns allen so. Gerade wenn man (wie ich) im Krankenhaus arbeitet, hat das deutliche Auswirkungen. Hier ein kleiner Einblick hinter die Krankenhauskulissen.

Das ist schwierig …

Der Alltag im Krankenhaus hat sich radikal geändert. Jeder trägt eine Gesichtsmaske. Alle geplanten Operationen mussten verschoben werden. Patienten, die froh waren, behandelt zu werden, waren enttäuscht. Ausnahmslos alle haben das aber eingesehen, bzw. waren froh, dass wir sie anriefen und den Termin verschoben haben. Notfalloperationen können und müssen dennoch durchgeführt werden. Wenn wir Patienten mit Coronaverdacht untersuchen, müssen wir sehr vorsichtig sein. Gerade die Mitarbeiter der Coronaintensivstation arbeiten unter sehr schwierigen Bedingungen.

Dafür bin ich dankbar …

Die Anzahl der coronapositiven Patienten ist gering. Die Entwicklung deutschlandweit lässt auf eine langsame Normalisierung hoffen. Als Mitarbeiter im medizin. Bereich brauchen wir den Verlust des Arbeitsplatzes nicht zu befürchten.

Und zu Hause hat man jetzt Zeit für manche Dinge, die man früher nicht tun konnte. Mit den Kindern spiele ich im Garten viel Volleyball und das macht Spaß. So viel Volleyball habe wir noch nie gespielt. Und wenn meine Tochter dann einen Schmetterball cool zurückbaggert und nicht erschreckt die Arme wegzieht, dann denke ich mir, dass das Ganze auch noch ein paar positive Nebeneffekte hat.

So erlebe ich Gott …

Wo ist eigentlich Gott in dieser Zeit? In den Nachrichten hören wir, dass der Papst für die Menschen betet und sie segnet. Das ist sicher gut. Wer weiß was wäre, wenn nicht so viel gebetet würde. Gott bewahrt uns nicht vor allem Leid, aber er ist im Leid bei uns. Wie Hiob haben wir alle Grund zum zweifeln. Und wie er, dürfen wir unsere Zweifel äußern. Gott kann das vertragen. Letzlich aber müssen wir uns doch zu dem Vertrauen durchringen, dass Gott es gut meint, auch wenn wir noch nicht alles verstehen. Und es tut gut mit anderen Menschen zu reden und sich gegenseitig zu ermutigen.